Vernetzte Knotenpunkte, von einem warmen Lichtpunkt orchestriert
KI-Leadership

Wie führst du, wenn deine smartesten Mitarbeiter künstlich sind?

Deine Organisation hat schon ein KI-Team. Nur niemand führt es.

Warum Leadership im Zeitalter der KI neue Spielregeln braucht – und wie du sie heute schon anwendest.

Die Kernaussage

Der ganze Vortrag in vier Sätzen

Bevor wir in die Zahlen gehen – das ist der rote Faden.

  1. 01

    Die Schatten-Organisation ist real und unverwaltet.

    97% der IT-Chefs kämpfen damit. 52% verstossen gegen Richtlinien – die es oft gar nicht gibt.

  2. 02

    Die Lücke ist strukturell, nicht zufällig.

    Die Nutzung springt von 59 auf 75%, die Richtlinien stagnieren bei 33%. Die Schere geht auf, weil niemand sie schliesst.

  3. 03

    Der Preis ist nicht nur Sicherheit – sondern Urteilskraft.

    Wer mehr KI nutzt und nicht prüft, denkt messbar schlechter. Der stärkste Punkt der Keynote – und zugleich Rogers Forschungsfeld.

  4. 04

    Die Antwort ist nicht mehr KI.

    Sondern strukturierte menschliche Substanz: Skills, Grenzen, Second Brain.

Das Muster bleibt

Die Technologie ändert sich. Das Muster bleibt.

Die Geschichte wiederholt sich nicht. Aber sie reimt sich.

  1. 1997InternetInformation wird digital verfügbar.
  2. 2007SmartphoneInformation wird mobil und persönlich.
  3. 2015Cloud & PlattformenInfrastruktur wird elastisch und global.
  4. 2020Generative KIIntelligenz wird generativ und skalierbar.
  5. 2026Agentische SystemeArbeit wird autonom, vernetzt und kontinuierlich.
KI-Nutzung in der Schweiz

Was Mitarbeitende tun – und was Unternehmen wissen

Die Nutzung ist längst Alltag. Die Steuerung hinkt hinterher. Fünf Zahlen, die das Ausmass sichtbar machen.

77%
nutzen KI im Job
gegenüber 58% weltweit.
52%
verstossen gegen Richtlinien
bewusst oder unbewusst.
74%
prüfen KI-Resultate nicht
ungeprüft direkt weiterverwendet.
69%
geben KI-Inhalte als eigene Arbeit aus
ohne Kennzeichnung.
63%
erlebten bereits Fehler durch KI
mit realen Folgen.

Quelle: KPMG / Universität Melbourne, Global AI Study 2025, n=48.000

CHF 670'000 Mehrkosten entstehen im Schnitt pro Datenleck durch Schatten-KI. (Accenture 2025 / Vectra AI 2026)

Wo die Schatten-Organisation arbeitet

Nicht abstrakt, sondern konkret: Das sind die am häufigsten informell ausgelagerten Aufgabenfelder im DACH-Raum – breit, tief und für Führung meist unsichtbar.

  • MarketingTexterstellung, Kampagnen-Ideen
  • RechtVertragszusammenfassungen
  • FinanzenDatenanalyse
  • HRStellenausschreibungen, Bewertungsvorlagen
  • Alle BereicheRecherche, Informationssuche, «Arbeit rund um die Arbeit»

Auffällig: Mitarbeitende verbringen zunehmend Zeit mit «Arbeit rund um die Arbeit» – Koordination, Informationssuche, Prozessmanagement statt der eigentlichen Kernaufgaben. Genau dort setzt die informelle KI-Nutzung zuerst an. Wer das nicht sichtbar macht, führt nur die Hälfte seines Teams.

Der Mechanismus

Die Grenze liegt nicht in der Maschine

Wer mehr KI nutzt, denkt messbar schlechter. Kognitives Offloading verläuft in drei Stufen – keine Pfeile nach oben.

01

Entlastung

KI nimmt Routine ab. Es fühlt sich nach Produktivität an.

02

Gewöhnung

Der Griff zur KI wird Reflex. Eigene Lösungswege werden seltener.

03

Verlernung

Fähigkeiten, die nicht mehr geübt werden, verkümmern. Das betrifft das Denken selbst.

Die vier Erkenntnisse

Worum es geht

Vier Kernbotschaften, die den Blick auf KI-Führung verschieben.

01

Du hast längst ein hybrides Team – nur kein Organigramm dafür

Die Frage ist nicht mehr, ob KI im Team ist. Sie ist längst da: informell, ungeführt, jede:r nutzt sie anders. Eine Schatten-Organisation aus KI-Nutzung läuft parallel zur offiziellen Struktur – und niemand führt sie.

02

Eine Rolle ohne Skill-Definition ist keine Führung, sondern Zufall

Menschen haben Stellenbeschriebe und Kompetenzprofile – KI-Systeme im selben Team meist nichts davon. Sie werden benutzt, nicht geführt. Der erste Hebel: eine klare Funktionsbeschreibung statt Blankovollmacht – wofür zuständig, wo die Grenze, wer prüft.

KI-Richtlinie generieren
03

Ohne Second Brain vergisst das ganze Team

Menschen verlieren Kontext beim Rollenwechsel, KI bei jedem neuen Chat. Ein strukturiertes, geteiltes Gedächtnis ist kein Nice-to-have, sondern die Infrastruktur, ohne die hybride Führung gar nicht funktioniert. Wer Wissen nur im Kopf oder im Chatverlauf hält, baut auf Sand.

Second-Brain-Workshop entdecken
04

Führung wird Architektur-Aufgabe, nicht Kontroll-Aufgabe

Klassische Führung kontrolliert Menschen, die ähnlich denken. Hybride Führung gestaltet ein System aus sehr unterschiedlichen Akteuren. Der Shift: weg von «Wer macht was» – hin zu «Wie ist das System gebaut, in dem Mensch und Maschine arbeiten». Architektur statt Anweisung.

Was müssen Manager nun tun?

Fünf Hebel, um die Kontrolle zurückzugewinnen

Vom Prompt zum Skill, vom Kontrolleur zum Architekten – konkret und in dieser Reihenfolge.

  1. 01

    Expertise produktionsfähig machen

    Aus Wissen wird Wirkung, wenn es ein System bekommt – nicht im Kopf, sondern strukturiert.

  2. 02

    Schatten-KI legalisieren

    Richtlinien anpassen, bevor die Tools den Prozess diktieren.

  3. 03

    Second Brains bauen

    Wissen zentralisieren, damit das Team – Mensch und KI – nicht vergisst.

  4. 04

    KI eine Funktionsbeschreibung geben

    Keine Blankovollmacht: wofür zuständig, wo die Grenze, wer prüft.

  5. 05

    Vom Kontrolleur zum Architekten

    Du führst kein Team mehr. Du gestaltest ein System, in dem Mensch und Maschine zusammenarbeiten.

Über Roger

Roger Basler de Roca

fragRoger · analytics-agentur.ch

Roger denkt KI von der Führung her: weg von «Wer macht was», hin zu «Wie ist das System gebaut, in dem Mensch und Maschine zusammenarbeiten». Er verbindet strategische Klarheit mit praktischen Werkzeugen – immer mit dem Anspruch, dass die Intelligenz vom Menschen kommt.

«Künstlich ist die Maschine. Intelligenz muss vom Menschen kommen.»

  • Arbeitet an der Schnittstelle von Mensch, Daten und KI

  • Autor und Dozent – macht komplexe KI-Themen anschlussfähig

  • Begleitet Organisationen dabei, KI nicht nur einzuführen, sondern zu führen

  • Mehr über Rogers Arbeit und das fragRoger-Ökosystem auf fragroger.ai.
Bonus-Material

Vom Vortrag zur Umsetzung

Über den QR-Code aus der Keynote gelandet? Hier sind die beiden Werkzeuge, die in 45 Minuten zu lang gewesen wären – samt nächstem Schritt.

Vom Aufgaben-Zettel zur Skill-Definition

Fünf Schritte, um eine vage Aufgabe in eine führbare KI-Rolle zu übersetzen.

  1. 1

    Aufgabe benennen

    Was läuft heute informell über KI? Konkret benennen – z. B. «Erstentwürfe für Kundenmails».

  2. 2

    Zuständigkeit definieren

    Wofür ist die KI hier zuständig – und wofür nicht? Beispiel: Entwurf ja, Versand-Freigabe nein.

  3. 3

    Grenze ziehen

    Bei welchem Risiko oder welcher Komplexität übernimmt zwingend ein Mensch? Beispiel: Reklamationen, rechtlich heikle Fälle.

  4. 4

    Prüfinstanz festlegen

    Wer kontrolliert das Ergebnis, bevor es wirkt? Beispiel: Teamleitung stichprobenartig. Ohne Prüfinstanz wird aus Tempo schnell Risiko.

  5. 5

    Ins Second Brain eintragen

    Wo ist diese Definition für alle – Mensch und KI – auffindbar dokumentiert? Ein Eintrag pro Skill in der gemeinsamen Wissensbasis.

Was KI gerade jetzt verändert

Fünf Verschiebungen, die du heute schon spürst.

  • 01 · Wie gesucht wird

    Generative Engine Optimization (GEO) ergänzt klassisches SEO: Sichtbarkeit entsteht zunehmend darüber, ob Inhalte in KI-Antworten von ChatGPT, Perplexity oder Google AI Overviews zitiert werden – nicht nur über Rankings.

    Jetzt KI-Sichtbarkeit prüfen · GEO-Check machen
  • 02 · Wie Wissen organisiert wird

    Ohne strukturiertes Second Brain verlieren Mensch und KI Kontext bei jedem Wechsel. Wissen, das nicht dokumentiert ist, existiert für das System nicht.

  • 03 · Wie Rollen definiert werden

    Skill-Definitionen werden zur Führungsaufgabe für Mensch und Maschine gleichermassen – nicht mehr nur für menschliche Stellenbeschriebe.

  • 04 · Wie Vertrauen entsteht

    Je zuverlässiger eine KI wahrgenommen wird, desto mehr reduziert sich die eigene kritische Prüfung. Vertrauen muss bewusst kalibriert, nicht stillschweigend gewährt werden.

  • 05 · Wie Verantwortung verteilt wird

    Führung verschiebt sich von «Wer macht was» zu «Wie ist das System gebaut, in dem Mensch und Maschine zusammenarbeiten» – Architektur statt Kontrolle.

Skills erstellen – wo geht das?

Die Skill-Definition denken, dann auf der Plattform anlegen. Hier startest du direkt – je nach Tool, das dein Team nutzt.

Handout

Die ganze Keynote zum Nachlesen

Alle Slides, Zahlen und Quellen aus «Führung für ein Team, das du nie eingestellt hast» – als PDF zum Download.

Weiterarbeiten und zuhören

Die Werkzeuge aus dem Vortrag stehen frei zur Verfügung. Fragen oder Austausch zum Thema KI-Leadership? Der direkte Kontaktweg steht offen.